Ich war gerade draußen beim schönsten Wetter. Ich bin das Wegle hinter dem Bahnhof hoch. Zuerst kam ich in schattigen Tannwald. Ich erklomm den Stieg, begleitet vom Frühlingsgesang der Vögel. Dann kam ich an die Ecke eines kleinen Tales, wo ein winziges Wässerle über die Steine hüpft und in der Sonne glitzert. Das ist eine meiner Lieblingsstellen, zusammen mit einem Felsvorsprung, auf den ich mich dann setzte. Ich genoss den weiten Blick übers Albtal und grüßte die Berge überm Dobel- und Gaistal. Dann legte ich meine Hände auf den sonnenwarmen Stein und schloss die Augen. Für einen kleinen Moment war ich über alle Sorgen erhaben, der innere Chor von tönenden Gedanken und mahnenden Stimmen kurz verstummt.
Aber leider setzte sich bald ein junger Mensch mit grellrotem Kopftuch (schon optisch also unpassend in der umgebenden Natur) auf einen benachbarten Felsvorsprung - und telefonierte. Lautstark. Stimmung dahin.
Aber einen kleinen schönen Moment gab es noch, auf dem engen Pfad der direkt unter den Felsen verläuft: Ich richtete den Blick hoch in den strahlend blauen Himmel, führte ihn entlang der Linie der Felsen, heftete ihn auf ein kleines Tännchen, dessen Wurzeln sich entschlossen in den Felsgrund krallten - und entdeckte dort ein zartes Zitronenfalterpärchen, das an den schroffen Klippen des Falkensteins entlang glitt und tanzte.
Der Falkenstein ist mein Lieblingsort, wohin mich immer mein erster Spaziergang führt, wenn icn nach langer Zeit wieder nach Herrenalb komme. Er ist klein, überschaubar, und bietet dennoch ganz verschiedene kleine Orte mit ihrem eigenen Charakter.
Ich bin gespannt, wann dort die ersten Blümchen zu sehen sind.
Keine Bilder dazu - denn erstens habe ich keine, und zweitens: Macht euch auf zum Falkenstein und seht, lauscht und riecht selbst.
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Johannes
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